Norwegian-Chef Kjos kritisiert staatliche Unterstützung von E-Flying

Norwegian-CEO Bjorn Kjos©Norwegian
Norwegian-CEO Bjørn Kjos©Norwegian

Oslo, 21 Juni 2018. Der Chef der norwegischen Billig-Airline Norwegian, Bjørn Kjos,  hält es für falsch, dass die Regierung und Avinor, Verwalter der 44 staatlichen Flughäfen des Landes, Geld für elektrische Flugzeuge ausgeben. In einem Interview des Medienunternehmens NRK erklärte Kjos: „Es sind die Norweger, die für diese PR-Jippos bezahlen. Es macht keinen Sinn. Gebt das Geld lieber an die UNICEF.”

Die Regierung hat Avinor beauftragt, ein Programm zu entwickeln, das die Einführung von Elektroflugzeugen in der kommerziellen Luftfahrt erleichtert. Am 18. Juni fand in Gardermoen der erste Testflug Norwegens statt.

Kjos weist darauf hin, dass er nicht gegen die Entwicklung des elektrischen Fliegens ist. Er glaube aber nicht, dass dies Aufgabe der Regierung sei. “In einer Perspektive von 30 bis 50 Jahren glaube ich an elektrische Flugzeuge. Es sind aber nicht Avinor oder der Verkehrsminister, die damit umgehen sollte, sondern große Flugzeughersteller wie Boeing und Airbus, so der Norwegian-Chef.

Wie Verkehrsminister Ketil Solvik-Olse anlässlich des ersten E-Fluges in Norwegen am 18. Juni erklärte, sei es wichtig, nicht viele Steuergelder auszugeben, um die Technologie zu entwickeln, sondern ein System zu etablieren, das es Fluggesellschaftenwie Widerøe und anderen ermöglicht, E-Flugzeuge einzusetzen.

Unter anderen arbeiten Siemens, Airbus und Rolls Royce an der Entwicklung der elektrischen Luftfahrt. Bis 2020 wollen die Unternehmen erstmals ein 100-sitziges Regionalflugzeug mit einem hybridelektrischen Antriebsstrang ausrüsten. Als fliegende Versuchsplattform dient eine vierstrahlige BAe 146, bei der eines der vier Triebwerke durch einen zwei Megawatt starken Elektroantrieb von Siemens ersetzt wird. Mit dem so genannten E-Fan X wollen die Unternehmen hybridelektrische Antriebssysteme im Flug erforschen und weiterentwickeln. Diese Kooperation setzt auf die bereits bestehende Partnerschaft von Airbus und Siemens auf – seit April 2016 arbeiten beide Unternehmen daran, die technische Machbarkeit verschiedener hybrid-elektrischer Antriebssysteme nachzuweisen.

Am 31. Mai dieses Jahres gab es einen Unfall mit einem Testflugzeug, das mit einem elektrischen Antriebssystem von Siemens ausgestattet war.

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