Leitzinsen und Kapitalpuffer bleiben in Norwegen unverändert

Pressekonferenz mit Zentralbankchef (l.)©Norges Bank
Pressekonferenz mit Zentralbank-Gouverneur Øystein Olsen (l.)©Norges Bank

Oslo, 20. Juni 2018. Das Finanzministerium wird die Anforderung an den antizyklische Kapitalpuffer für Banken im Einklang mit der vierteljährlichen Empfehlung der norwegischen Zentralbank Norges Bank unverändert bei zwei Prozent belassen. Der Leitzins werde ebenfalls unverändert bei 0,5 Prozent bleiben, teilte die Zentralbank mit.Ziel des antizyklischen Kapitalpuffers ist es, die Bonität von Banken auch im Falle von Kreditausfällen zu bewahren. Mit dieser Reserve soll das Risiko beim Eintritt finanzieller Ungleichgewichte reduziert werden. Am 15. Dezember vergangenen Jahres hatte das Finanzministerium beschlossen, dass Banken ab 31. Dezember 2017 einen antizyklischen Kapitalpuffer in Höhe von zwei Prozent bilden sollen. Als Begründung für die Beibehaltung der Zwei-Prozent-Marke erklärte Norges Bank, dass der Aufschwung der norwegischen Wirtschaft und die anhaltend niedrigen Zinsen das Risiko einer hohen Immobilienpreisinflation mit sich bringen. Dies könnte zu einem erneuten Anstieg des Schuldenwachstums und der Anfälligkeit der privaten Haushalte führen. Auf der anderen Seite erklärte die Norges Bank, dass ein Anstieg des Zinsniveaus dazu beitragen werde, das Schuldenwachstum einzudämmen. Nach Ansicht der Norges Bank könnte ein weiterer Anstieg der Preise für Wohn- und Gewerbeimmobilien, der zu einem Anstieg der finanziellen Ungleichgewichte führe, die Notwendigkeit einer Anhebung der antizyklischen Kapitalpufferquote anzeigen.

Die Beurteilung der Norges Bank wird in ihrem Bericht über die Geldpolitik mit Finanzstabilitätsbewertung 2/18 veröffentlicht. Bezüglich der Beibehaltung der Leitzinsen bei 0,5 Prozent erklärte die Zentralbank: Der Aufschwung der norwegischen Wirtschaft setze sich fort. Die Kapazitätsauslastung scheine nahe an einem normalen Niveau zu liegen und steige wahrscheinlich schneller als erwartet. Die zugrunde liegende Inflation sei niedriger als das Inflationsziel, aber die steigende Kapazitätsauslastung impliziere einen Anstieg der Preis- und Lohninflation. Die Geldpolitik sei expansiv. Die Aussichten für die norwegische Wirtschaft legten nahe, dass es bald angebracht sein werde, den Leitzins zu erhöhen. Die Unsicherheit über die Auswirkungen eines höheren Zinsniveaus deute auf einen vorsichtigen Ansatz hin. Wie bereits im März deuteten der Gesamtausblick und das Risikogleichgewicht auf eine allmähliche Zinserhöhung in den kommenden Jahren hin. „Die aktuelle Einschätzung des Vorstands hinsichtlich der Aussichten und der Ausgewogenheit der Risiken deutet darauf hin, dass der Leitzins voraussichtlich im September 2018 angehoben wird“, sagt Gouverneur Øystein Olsen.

Finden Sie hier weitere Informationen.

Informationen zur Geldpolitik der Zentralbank 2/2018.

 

 

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