TenneT startet Trafotransporte für NordLink-Seekabelverbindung

Der erste Trafo unterwegs©Tennet
Der erste Trafo unterwegs©Tennet

Brunsbüttel, 31. Mai 2018. Mit der Anlieferung eines 225 Tonnen schweren Trafos erreicht in der Nacht vom 7. auf den. 8. Juni 2018 der erste von insgesamt sieben Trafos seinen Bestimmungsort in der Konverterstation von NordLink im schleswig-holsteinischen Wilster. NordLink – das „grüne Kabel“ zwischen Deutschland und Norwegen – wird erstmals die Strommärkte beider Länder direkt verbinden und dient dem Austausch zwischen deutscher Windenergie und norwegischer Wasserkraft..Die insgesamt sieben Trafos werden, verteilt auf sieben Nächte in verkehrsarmen Zeiten per Straßentransport über 16,5 Kilometer zwischen dem 07. und dem 23. Juni 2018 von Brunsbüttel nach Wilster transportiert. Zunächst werden die Transformatoren des Herstellers ABB per Schiff aus dem schwedischen Norrköping im Hafen Brunsbüttel angeliefert. Nach der Umladung per Kran beginnt anschließend die Vorbereitung für den Straßentransport. Zwei Lkw, einer am Beginn und einer am Ende des Transportzugs, nehmen den zu transportierenden Trafo auf einer sogenannten Kesselbrücke mit Trägern in die Mitte, um ihn zur NordLink-Konverterbaustelle in Nortorf bei Wilster zu fahren.   Um die Achslast des insgesamt 417 Tonnen schweren Transportzuges optimal zu verteilen, haben die zwei Maschinen und die Kesselbrücke insgesamt 36 Achsen und eine Gesamtlänge von 75,7 Meter. Dieses Transportmittel erlaubt eine reibungslose Querung von drei Rohrbrücken sowie zwei weiteren Brücken, zwei Eisenbahnkreuzungen und mehrerer Wassergräben. Der Straßentransport wird für die 16,5 Kilometer lange Strecke rund 6,5 Stunden benötigen. Straßen werden nicht gesperrt, es kann aber temporär zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Die Fundamentsetzung des ersten Transformators auf der Konverterbaustelle erfolgt am 9. Juni, bevor am 10. Juni bereits der zweite Trafo über die Strecke transportiert wird. Mit einem Betriebsgewicht von jeweils 315 Tonnen – die Transporte werden ohne Anbauteile und Isolieröl durchgeführt – und einer Leistung von jeweils 262 Megavoltampere (MVA), dienen die Trafos zur Spannungsübersetzung von 337 Kilovolt auf 380 Kilovolt und somit zur Verknüpfung der NordLink-Konverterstation mit dem nur wenige Meter nebenan befindlichen Umspannwerk Wilster/West, über das NordLink auf deutscher Seite mit dem Höchstspannungsnetz verbunden wird.

NordLink selbst funktioniert dabei als Gleichstromautobahn ohne Abfahrt, also als Punkt-zu-Punkt-Verbindung, zwischen den Drehstromnetzen in Deutschland und Norwegen. Aufgrund der Streckenlänge und der großen Übertragungsleistung wird zur verlustarmen Übertragung Gleichstrom verwendet. Die beiden Kabel (Plus- und Minuspol) werden mit den Konverterstationen an jedem Ende verbunden. Die Konverterstationen werden in Wilster (Schleswig-Holstein) und Tonstad (Norwegen) errichtet. An diesen Standorten wird der Strom von Gleich- in Drehstrom (bzw. umgekehrt, je nach Übertragungsrichtung) umgewandelt und in das deutsche bzw. norwegische Drehstrom-Übertragungsnetz eingespeist, um Haushalte und Unternehmen mit grünem Strom zu versorgen.  

Das NordLink-Projekt wird von einem Konsortium realisiert, an dem zu jeweils 50 Prozent der norwegische Übertragungsnetzbetreiber Statnett sowie die DC Nordseekabel GmbH & Co.KG beteiligt sind. An DC Nordseekabel halten TenneT und die KfW jeweils 50 Prozent der Geschäftsanteile. DC Nordseekabel verantwortet Bau und Genehmigungen auf deutscher Seite.

Wie Statnett-Sprecher Christer Gilje gegenüber Reuters sagte,  könnte das Stromkabel zwischen Deutschland und Norwegen dazu führen, dass die norwegischen Energiepreise in den ersten Jahren sinken, da die Windkraft in Norddeutschland aufgrund von Netzengpässen in Deutschland nicht weiter nach Süden exportiert werden kann. Das Projekt und andere geplante Kabel werden in Norwegen auch kritisiert, weil das nordische Land durch den Export von Strom nach Deutschland seine billige Stromversorgung verlieren könnte.

Statnett hat diese Woche damit begonnen, die zweite von zwei 0,7-Gigawatt-Unterwasserkabeln zu verlegen, die zusammen die Verbindungsleitung bilden. Bis Ende 2020 soll NordLink mit kommerziellen Tests beginnen.

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