Breites Themenspektrum auf der diesjährigen Schiffbaumesse SMM Norwegen mit mehr als 90 Unternehmen vertreten

 DIe Panelisten der Pressekonferenz zur SMM: Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Messe und Congress, Anthony J. Firmin, Chief Operating Officer Hapag-Lloyd, Wayne Jones, Vorstandsmitglied, Gloal Sales & Aftersaes MAN Diesel & Turbo SE, Kjersti Kleven, Mitbesitzer und Vorstandsmitglied der norwegischen Shiffbaugruppe Kleven Maritime AS (KLEVEN) und Chariwomen SEA Europe, Knut Orbeck-Nilssen, CEO DNV GL, Maritime and Chairman of IACS, Dr. Martin Stopford, Präsident Clarkson Research©BPN

Die Panelisten der Pressekonferenz zur SMM, v.l.:Wayne Jones, Vorstandsmitglied, Gloal Sales & Aftersales MAN Diesel & Turbo SE, Dr. Martin Stopford, Präsident Clarkson Research,Anthony J. Firmin, Chief Operating Officer Hapag-Lloyd, Kjersti Kleven, Mitbesitzer und Vorstandsmitglied der norwegischen Shiffbaugruppe Kleven Maritime AS (KLEVEN) und Chariwomen SEA Europe, Knut Ørbeck-Nilssen, CEO DNV GL, Maritime and Chairman of IACS und Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Messe und Congress©BPN

Hamburg, 25. Mai 2018. Digitalisierung, Big Data, künstliche Intelligenz, Dekarbonisierung, Nachhaltigkeit, Cyberkriminalittät – das sind die Themen, die die weltweite Schifffahrt auf der internationalen Leitmesse der maritimen Wirtschaft, der SMM, Anfang September in Hamburg beschäftigen werden. Spezialisten der Branche gaben auf einer Vorab-Pressekonferenz bereits einen Einblick, vor welchen Herausforderungen die Branche gegenwärtig steht. 

Für die internationalen Vorhaben und Regulierungen zur Reduzierung der Schadstoffe in der Schifffahrt habe die Industrie noch keine Lösungen, sagte Anthony J. Firmin, Chief Operating Officer Hapag-Lloyd. Die Vorgabe zur Reduzierung des Schwefelanteils am Schiffsbrennstoff auf 0,5 Prozent beschäftige die Unternehmen gegenwärtig mehr als der Beschluss der Internationalen Schifffahrtsbehörde IMO, den CO2-Ausstoß von Schiffen bis 2050 um 50 Prozent zu reduzieren. Die IMO-Entscheidung sei ein Desaster für die maritime Industrie. Insgesamt müssten 80 Milliarden US-Dollar aufwenden, um die Vorgaben zu erreichen. Wichtig sei jetzt, die Details zu klären, damit sich die Branche entsprechend verhalten könne.

Klare Ansagen bezüglich regulatorischer Vorschriften verlangt auch Knut Orbeck-Nilssen, CEO DNV GL, Maritime and Chairman of IACS. Wenn die Unternehmen wüssten, worauf sie sich einstellen müssen, würden auch die entsprechenden Lösungen gefunden werden.

Kjersti Kleven, Mitbesitzer und Vorstandsmitglied der norwegischen Schiffbaugruppe Kleven, sieht die besonderen Ambitionen der norwegischen Regierung im Klimaschutz sehr positiv. Nicht nur im Schiffbau sei Norwegen ein Treiber – mit der Verabschiedung der Ocean-Strategie würde die Technologieentwicklung insgesamt stimuliert. Kleven lobte das norwegische Programm zur Entwicklung von Hydrogen-Fähren und die Unterstützung, die kleine Unternehmen aus dem NOx-Fonds der Regierung zur Umstellung ihrer Unternehmen auf die Produktion emissionsarmer Antriebe erhalten. Man sollte in neuen Entwicklungen nicht zuerst die Risiken sehen, sondern neue Trends über die Branche hinaus aufnehmen und Wissen verschiedener Industrien nutzen. Norwegen bestehe im Schiffbau gegen Wettbewerber vor allem in Asien vor allem durch seine konsequente Konzentration auf Spezialschiffe. Viele Aufträge würden gegenwärtig ins Ausland gehen, die die Vorschriften für die Produktion nicht so streng seien wie in Norwegen. Anspruchsvolle, komplexe Bauten aber würden nach wie vor in Norwegen ausgeführt. „Wir schauen nach den Nischen“, sagte die Werftbesitzerin. Ein Asset der europäischen Schiffbauindustrie seien die gut ausgebildeten Mitarbeiter. Sie stellen eine gute Basis da, um im Wettbewerb mit anderen Teilen der Welt zu bstehen. 

Wayne Jones, Member of the Executive Board, Global Sales & Aftersales, MAN Diesel & Turbo SE, sieht in den Vorgaben zur CO2-Reduzierung eine große Herausforderung. Zwar seien die Technologien wie LNG, Hydrogen- oder Hybrid-Antriebe vorhanden, aber noch sei unklar, wohin die Reise gehe. Momentan werden zahlreiche Protoypen gebaut. „Dekarbonisierung ist ein absolute großes Ding“,  so Jones. Trotz der zahlreichen Optionen bleibe die Maschine aber im wesentlichen immer gleich.

Knut Ørbeck-Nielssen, Chariman, IACS CEO DNV GL-Maritime, räumte ein, sich bezüglich der Geschwindigkeit der Einführung von LNG als Treibstoff für Schiffe verschätzt zu haben. Vor zehn Jahren hatte seine Organisation vorausgesagt, dass im Jahr 2020 1.000 LNG betriebene Schiffe auf dem Meer unterwegs sein würden. Tatsächlich gibt es um die einhundert.  Im Zusammenhang mit der Reduzierung der Emissionen gebe es noch viele offene Fragen, sagte Ørbeck-Nielssen.

Bezüglich der Digitalisierung diskutierten die Panelisten die Fragen, ob die aktuelle Entwicklung bereits eine Revolution sei oder eine Fortsetzung des Erneuerungsprozesses ist, die bereits vor vielen Jahren eingesetzt hat. Im Bereich Design und Equipment würde sich nicht viel ändern, sagte Kleven. Werfen würden immer mehr Teil einer Plattform sein, erklärte Kleven. Einig waren sich die Panelisten in der Frage, dass die Digitalisierung helfen kann, die Schifffahrt sicherer und effizienter zu machen und mehr Service für die Passagiere zu bieten. 

Allerdings berge die Digitalisierung auch Gefahren. Anthony J. Firmin, COO beiHapag-Lloyd, der größter Container-Linienreederei, wies darauf hin, dass sein Unternehmen wöchentlich mehreren Tausend Cyber-Attacken ausgesetzt ist. Der Schutz der Schiffe werde extrem teuer – inzwischen sei eine neue Industrie rund um die Sicherheit der Daten entstanden.

Auf der diesjährigen SMM vom 4. bis 7. September werden 2.000 Aussteller erwartet. Der norwegische Pavillon in Halle B7 gehört mit 1.180 Quadratmetern zu den größten nationalen Gemeinschaftsständen. Die Länderpräsentation wird federführend von Norwegian Maritime Exporters organisiert. Innerhalb des Pavillons werden sich 54 maritime Unternehmen präsentieren. Zusätzlich erwartet der Messeveranstalter 37 individuelle Aussteller aus Norwegen, die ihre Produkte in den unterschiedlichen Fachbereichen/Hallen zeigen werden.

 

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× Norwegens Gemeinschaftsstand zur SMM 2018©BPN Featured

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