F&E-Ausgaben auf Rekordniveau

Oslo, 7. Mai 2018. In der norwegische Hochschulbildung und Forschung gebe es viele erfreuliche Ergebnisse, erklärte Iselin Nybø, norwegische Ministerin für Forschung und Hochschulbildung bei der Präsentation des aktuellen  Forschungsbarometers und des Berichtes des Bildungsministeriums über das Hochschulwesen. Das Forschungsbarometer gibt einen Überblick über die Forschungs- und Innovationsbemühungen in Norwegen im Zeitverlauf und vergleicht Investitionen, Ergebnisse und Forschungsprofil mit anderen Ländern. Der Bildungsbericht beschreibt die Situation und die jährliche Entwicklung der Hochschulbildung.

“Kurz gesagt: Wir sehen Sektoren, die wachsen. Die Anzahl der Bewerber und Studenten steigt. Das gleiche gilt für die Anzahl der Absolventen  in allen Gebieten und die Anzahl der Doktorgrade. Im Vergleich zu den anderen im Forschungsbarometer aufgeführten Ländern, den nordischen Ländern, Österreich und den Niederlanden,  ist der prozentuale Anstieg der FuE-Ausgaben in den letzten Jahren in Norwegen am höchsten gewesen”, erklärte Nybø.

Im Jahr 2016 betrugen die gesamten F & E-Ausgaben in Norwegen 63 Milliarden NOK. Das entsprach zwei Prozent des BIP, das höchste jemals erreichte Ergebnis. Dennoch bleibe das relative Niveau der gesamten FuE-Investitionen unter dem Durchschnitt der OECD-Ländern. 

In diesem Herbst will die Regierung eine überarbeitete Fassung des langfristigen Plans für Forschung und Hochschulbildung vorlegen. Der langfristige Plan definiert unter anderem Bereiche, in denen die Regierung es für besonders wichtig hält, die Forschungsanstrengungen zu verstärken.

Das Forschungsbarometer zeigt, dass die Forschungsausgaben in den Schwerpunktbereichen zugenommen haben. In den Bereichen Klima, Umwelt, Gesundheit, Bildung und Seeverkehr habe sich die Gesamtzahl der F & E-Anstrengungen im gesamten Zeitraum kontinuierlich erhöht, sagte Nybø.

Die Zahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen sei in Norwegen im Vergleich zu anderen Ländern gering.  Auch würden norwegische Forscher selten in wissenschaftlichen Publikationen zitiert.

Im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie steigt nach Angaben des Bildungsberichtes die  Zahl der Studierenden sowohl auf Bachelor- als auch auf Master-Niveau Die Zahl der Doktoranden ist weiterhin gering.

„Es ist sehr gut, dass mehr Menschen IKT wählen. Wir müssen uns jedoch um zwei Dinge kümmern: Erstens haben sich die Bemühungen um eine langfristige IKT-Grundlagenforschung in den letzten zehn Jahren nicht verstärkt. Zweitens haben wir einen geringen Anteil von Frauen in den IKT-Fächern. Da wir wissen, wie wichtig diese Themen in Zukunft sein werden, ist es beunruhigend, dass wir nicht in der Lage sind, breiter zu rekrutieren „, sagt Nybø.

Speziell befasst sich der Bildungsbericht in diesem Jahr damit, wie IKT im Bildungsbereich eingesetzt wird. Im digitale Verwaltungslösungen seien norwegische Universitäten und Hochschulen weit fortgeschritten. Die Nutzung der Digitaltechnik für die Ausbildung sei aber noch gering.

Sowohl das Forschungsbarometer als auch der Hochschulbericht zeigen, dass das Forschungsniveau der von der Industrie finanzierten Universitäten und Hochschulen zurückgegangen ist. „Wenn wir nachhaltigen Wohlstand aufrechterhalten wollen, müssen die norwegischen Unternehmen wettbewerbsfähig und der öffentliche Sektor optimal organisiert sein. Beide Teile erfordern aktuelles, forschungsbasiertes Wissen“, sagt Nybø.

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× Jacques Miniane bei der Präsentation des IWF-Reports zu Norwegen Jacques Miniane bei der Präsentation des IWF-Reports zu Norwegen©Finanzministerium Norwegen Featured

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