Snøhetta entwirft spektakuläres Planetarium für Solobservatoriet

©Snøhetta/Plompmozes
©Snøhetta/Plompmozes

Oslo, 2. Mai 2018. Eingebettet in den dichten Wald von Harestua, 45 Kilometer nördlich von Oslo in der Gemeinde Lunner gelegen, hat Snøhetta ein neues Planetarium und ein Besucherzentrum für Norwegens größte astronomische Einrichtung, das Solobservatoriet (Sonnenobservatorium) entworfen. Es ist das größte Sonnenobservatorium nördlich der Alpen. Mit seinen hochmodernen Anlagen und seinem erhöhten Standort auf 580 Metern über dem Meeresspiegel bietet das erweiterte Gebäude den Gästen die Möglichkeit, eine der wichtigsten astronomischen Forschungsstationen Nordeuropas zu entdecken. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr starten, 2020/21 soll das Ensemble fertiggestellt sein. 

Snøhettas Entwurf umfasst ein 1.500 Quadratmeter großes Planetarium sowie einzelne interstellare Kabinen, die alle wie ein kleiner Planet geformt sind.

Die neuen Einrichtungen werden eine Reihe von wissenschaftlichen Aktivitäten im Bereich Astronomie, Sonnenwissenschaften und Naturwissenschaften anbieten. Hier können sich Forscher, Schulkinder, Rentner und internationale Touristen auf eine Reise in die Welt der Astronomie begeben und mehr über Naturphänomene wie das Nordlicht und den Nachthimmel erfahren.

Das neue Besucherzentrum befindet sich in der Nähe des ursprünglichen Sonnenobservatoriums, eines zwölf Meter langen Forschungsturms, der von der Universität Oslo für die totale Sonnenfinsternis von 1954 gebaut wurde. Mehr als ein Jahrzehnt später, in den späten 50ern, erweiterte das Solobservatoriet seine Einrichtungen in Zusammenarbeit mit der US Air Force mit der Einführung einer Satelliten-Tracking-Station, die sowjetische Satelliten während des Kalten Krieges überwachte. Von 1986 bis zu seinem Verkauf im Jahr 2008 diente das Solobservatoriet ausschließlich als wissenschaftliche Forschungs- und Informationsdrehscheibe, die von der Universität verwaltet wurde.

Heute gehört das Besucherzentrum dem Tycho Brahe Institut, benannt nach dem dänischen Wissenschaftler und Begründer der modernen Beobachtungsastronomie des 16. Jahrhunderts. Das Institut arbeitet eng mit Forschern und Organisationen zusammen und liefert Beobachtungen von Meteoraktivität, Erdbeben und Klimagasen. Die neue, von Snøhetta entworfene astronomische Einrichtung soll die Mission des Instituts, die Öffentlichkeit über die Wunder des Universums aufzuklären, soll ein Gefühl von Staunen und Neugier erzeugen, als ob die Architektur selbst die Frage stellen würde: Woher kommt das Universum?

Das Planetarium

Während der Entwurfsphase haben die Architekten einfache Prinzipien aus der Astronomie studiert. Die Studie inspirierte das Design der Kabinen, die scheinbar um das Planetarium kreisen und imitieren, wie Planeten um die Sonne kreisen und ein Gefühl des Wunders und der Überraschung anregen. Die Einrichtung bietet Platz für bis zu 118 Gäste und lässt die Besucher durch eine intellektuelle, visuelle und taktile Reise in das Reich der Astronomie eintauchen.

Das Planetarium ist das erste Objekt, das bei der Ankunft zu Fuß durch die Wälder mit seinen grasenden Schafen auffällt. Es ist ein himmlisches Theater, das über zwei Jahrtausende astronomischen und wissenschaftlichen Fortschritt darstellt und das weltweit erste Planetarium widerspiegelt, das von Archimedes um 250 BC entworfen wurde.

Das gewundene Dach ist üppig mit Gras, wilden Heidekraut, Heidelbeeren und Preiselbeerbüschen bepflanzt, die sich vom Boden zusammenrollen. Das lebende Dach, das um die goldene Kuppel herumgewickelt wird, fungiert als eine Mischung aus Landschaft und Baukörper, durch die Besucher schlendern und den Sternenhimmel betrachten können. Halb in den Boden eingesunken, taucht das dreistöckige Theater aus der Erde als ein Sternbild mit eingravierten Sternbildern auf und enthüllt sich allmählich, wenn sich Menschen nähern.

Im Herzen des Planetariums befindet sich das kuppelförmige Himmelstheater mit 100 Plätzen, das eine realistische Projektion von Sternen, Planeten und Himmelsobjekten ermöglicht. Das Theater ist von einer Rezeption, einem Café und einem Ausstellungsbereich sowie einer sanft geschwungenen Rampe umgeben, die zu einem Ausstellungszwischengeschoss und der Dachlandschaft im Freien führt.

Auf der untersten Ebene, unter der Erde, können sich die kleinen Besucher in einem großzügiger, schalenförmigen Raum entfalten.

Die Planeten

Um das Planetarium herum befinden sich die sieben orbitalen Planeten – oder interstellaren Kabinen, jede mit einem einzigartigen Design. Die Planetenoberflächen sind mit rauhen oder glatten Materialien verkleidet. Während einige auf halber Strecke in den Boden gerammt zu sein scheinen, ruhen sich andere sanft auf dem weichen Waldboden aus, als wären sie gerade gelandet.

Die Kabinen sind keine kleinformatigen Modelle realer Planeten, sondern imaginäre Objekte mit jeweils speziell zugewiesenen Namen. Sechs der Planeten haben einen Durchmesser zwischen acht  und zehn Metern und können bis zu zehn bzw. 32 Personen aufnehmen. Der kleinste Planet, Zolo, ist sechs Meter im Durchmesser und besteht aus einer Zwei-Bett-Kabine, die eine ungestörte Nacht unter den Sternen ermöglicht.

Das neue Planetarium und die neuen Kabinen stellen eine ambitionierte Erweiterung der derzeitigen und bescheidenen Einrichtungen dar und machen das gesamte Gelände zu einem öffentlich zugänglichen und internationalen Wissenszentrum.

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