Bau von  Norwegens größter Ölpipeline gestartet

36.000 Rohre - das sind mehr als 400 Kilometer  Öl- und Gaspipeline - lagern bei StordBase in Stord.© Espen Rønnevik/Roar Lindefjeld / Woldcam
36.000 Rohre – das sind mehr als 400 Kilometer  Öl- und Gaspipeline – lagern bei StordBase in Stord.© Espen Rønnevik/Roar Lindefjeld / Woldcam

Mongstad, 30. April 2018. Die Arbeiten zum Bau der größten Erdölpipeline Norwegens wurden Ende vergangener Woche gestartet. Die Leitung soll das Johan-Sverdrup-Feld mit dem Terminal von Mongstad nördlich von Bergen verbinden. Auf dem Schiff  Saipem Castorone begannen die Verlegearbeiten. In Kürze soll die Spitze der ersten Röhre in das Terminal von Mongstad gezogen werden, teilt der Energiekonzern Statoil mit.

Die 36-Zoll-Pipeline, die nach der Installation mehr als 280 Kilometer bis zum Johan-Sverdrup-Feld reichen wird, wird durch ein vorgebohrtes Loch am Fuß des Fensfjord in das Ölterminal gezogen. Wenn das Johan-Sverdrup-Feld voll produziert, fließen täglich bis zu 660.000 Barrel Öl nach Mongstad.

„Die Castorone beginnt jetzt mit der Rohrverlegung im Fensfjord. Das Schiff wird bei der Installation der Öl- und Gas-Export-Pipelines für das Johan Sverdrup-Projekt bis zu 36.000 Rohre verlegen – insgesamt mehr als 400 Kilometer. Unter der Annahme, dass alles nach Plan verläuft, wird die Ölpipeline im Juli das Feld Johan Sverdrup erreichen“, sagt Geir Bjaanes, verantwortlich für für Unterwasserarbeiten, Strom und Pipelines des Johan-Sverdrup-Projektes.

Die Kosten für die Phase 1 der Johan-Sverdrup-Förderung wurden gegenüber der ursprünglichen Planung um mehr als 35  Milliarden NOK gesenkt. Eine Einsparung in Höhe von 1,2 Milliarden NOK sind aufgrund der Umleitung der Pipeline durch den Fensfjord möglich.

Der ursprüngliche Plan war, die Pipeline zehn Kilometer vom Ölterminal entfernt an Land zu verlegen, da die Verlegung der Leitung durch den Fensfjord aufgrund anderer bestehender Pipelines in diesem Gebiet und einer möglichen Instabilität des Untergrundes als technisch nicht machbar eingestuft wurde.

„Wir haben viele Jahre mit Saipem verbracht, um diese Operationen zu planen. Gleichzeitig sind wir uns alle der Größe der Aufgabe bewusst, die wir vor uns haben, mit mehreren Monaten auf See und einem beträchtlichen Installationsumfang, bevor wir das Feld Johan Sverdrup erreichen. Der Schlüssel liegt darin, die Pläne detailliert zu befolgen, die wir vorbereitet haben, und dabei unseren Schwerpunkt auf HSE (Gesundheit, Sicherheit und Umwelt, d.Red.) zu legen“, sagt Lars Trodal, Projektmanager für die Exportpipelines von Johan Sverdrup.

Die Rohre für die Pipeline wurden in den Stahlwerken von Nippon Steel & Sumitomo Metal (NSSMC) in Japan produziert. Ein entsprechender Vertrag war im Dezember 2015 zwischen Statoil und  Mitsui & Co. Norway A.S. unterzeichnet worden. Die Produktion begann Anfang 2016.

Die Korrosionsschutzbehandlung der Rohre, die Beton-Gewichtsbeschichtung für die Öl- und Gaspipelines sowie die Innenbeschichtung der Gaspipeline hat die Wasco Coatings Malaysia Sdn Bhd in Malaysia übernommen.

Den Zuschlag für die Verlegung der Rohre erhielt die Saipem Ltd  aus Italien.

Den Gesamtauftragswert für den Pipeline-Anschluss des Öl- und Gasfeldes schätzte Statoil 2015 auf etwas weniger als 2,5 Milliarden NOK.

FAKTEN ÜBER DIE JOHAN SVERDRUP EXPORT PIPELINES:

– Die Johan Sverdrup Export Pipelines wird die größte Ölpipeline auf dem norwegischen Kontinentalschelf sein, sowohl hinsichtlich des Durchmessers (36 Zoll) als auch der Länge (283 km). 36.000 Rohre werden verlegt, die insgesamt etwa 440 Kilometer Rohrleitungen schaffen, davon 283 Kilometer Ölpipelines und 156 Kilometer Gaspipeline .

– Das Gesamtgewicht beträgt 230.000 Tonnen Stahl (mit Beschichtung erhöht sich das Rohrleitungsgewicht auf ca. 360.000 Tonnen). 

– Allein der Stahl wiegt 33 Mal das Gewicht des Eiffelturms.

– Die Ölpipeline wird an ihrem tiefsten Punkt 537 Meter unter dem Meer liegen.

– Das Verlegeschiff Saipem Castorone ist 330 Meter lang (ohne Rampe / Stinger) und hat eine Kapazität von bis zu 702 Personen an Bord.

FAKTEN ÜBER DAS JOHAN SVERDRUP FELD:

– Johan Sverdrup ist eines der fünf größten Ölfelder auf dem norwegischen Kontinentalschelf. Mit erwarteten förderbaren Ressourcen zwischen 2,1 und 3,1 Milliarden Barrel Öleinheiten wird es in den nächsten 50 Jahren eines der wichtigsten Industrieprojekte Norwegens sein.

– Johan Sverdrup wird in mehreren Phasen entwickelt. Phase 1 wird voraussichtlich Ende 2019 mit einer geschätzten Produktionskapazität von 440.000 Barrel Öl pro Tag beginnen.

– Phase 2 wird voraussichtlich 2022 beginnen, wobei die gesamte Feldproduktion auf bis zu 660.000 Barrel Öl pro Tag geschätzt wird. Die Spitzenproduktion von Johan Sverdrup entspricht 25 Prozent der norwegischen Erdölproduktion. Der Plan für Entwicklung und Betrieb (PDO) für Phase 2 wird vor September 2018 vorgelegt.

– Partner von  Statoil, dem Betreiber des Feldes, mit einem Anteil 40,0267 Prozent sind Lundin Norwegen (22,6%), Petoro (17,36%), AkerBP (11,5733%) und Maersk Oil (ein Unternehmen von Total) (8,44%).

 

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