Grüne Woche soll Bekanntheit als “matnasjonen” stärken

Mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnete Käsehersteller zur Eröffnung des Norwegenstandes zur Grünen Woche©BPN
Drei Käsehersteller wurden am Eröffnungstag der Grünen Woche mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnete©BPN

Berlin, 19. Januar 2018. Norwegen will sich zu einer bedeutenden “matnasjonen”, einer Nahrungsmittel-Nation entwickelt. Essen gehöre als ein wichtiger Teil der Kultur und Tradition eng zu Norwegen, sagte Landwirtschafts- und Ernährungsminister Jon Georg Dale bei der Eröffnung des norwegischen Gemeinschaftsstandes auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. “Wir haben eine lebendige Ess- und Trinkkultur, die von norwegischen Traditionen und von Erneuerung und Modernität geprägt ist”, erklärte Dale.

95 Aussteller aus den Regionen Fjell Norwegen, Fjord Norwegen und Trøndelag nehmen in diesem Jahr an der Grünen Woche teil. Drei von ihnen zeichnete Dale während der Eröffnungsveranstaltung in Halle 8.2 mit dem Qualitätssiegel “SPESIALITET UNIK SMAK” aus: Die Käsehersteller Heidal Ysteri AS, Myrdal Gård und Gangstad Gårdsysteri.

Wie Astrid Aasen von Gangstad Gårdsysteri erklärte, werde man die Farm zwar weiter ausbauen, am Export sei man aber nicht interessiert. In Norwegen sei die Nachfrage nach ihrem Käse groß und es ließen sich gute Preise erzielen.

Auch Nynke van Schaik von Myrdal Gård sieht ihre Teilnahme an der Grünen Woche in Berlin als Teil der Profilierung Norwegens zur Lebensmittelnation. Um den Verkauf in Deutschland oder andere Länder gehe es nicht, dafür sei ihr Unternehmen viel zu klein. Touristen, auch deutsche, würden ihre Farm im Sommer aber regelmäßig besuchen und so für guten Absatz sorgen, sagte van Schaik.

Wie schon im Vorjahr geht es bei der norwegischen Ausstellung um die Präsentation der  hohe Qualität der Lebensmittel und um die Vorstellung der Regionen als Tourismusdestination in Verbindung mit einer hohen Esskultur.

Am Vortag der Eröffnung der Grünen Woche fand in der Königlich Norwegischen Botschaft ein Seminar zum Aufbau Norwegens zu einer international anerkannten Lebensmittelnation statt, zu dem eine Expertendelegation aus Norwegen angereist war. Wie das Ernährungs- und Landwirtschaftsministerium mitteilte, will Norwegen bis 2030 eine international bekannte Marke für Esskultur und Ess- und Trinkerlebnisse werden. Ernährung solle nicht nur gesund und abwechslungsreich sein, sondern auch identitätsstiftend. Die hohe Qualität der lokalen Nahrungsmittel im Lande soll sich zu einem nationalen Wettbewerbsvorteil entwickeln und die Wertschöpfung in der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie weiter vorantreiben.

Am Aufbau der “matnasjonen” arbeiten mehrere Ministerien sowie private und öffentliche Akteure zusammen.  Wie es in der Pressemitteilung des Ministeriums weiter heißt, soll der Kooperationsrat für Kultur und Tourismus künftig auch einen Schwerpunkt auf Lebensmittel legen und die regionalen Spezialitäten in einen kulturellen und touristischen Kontext bringen.

Norwegens Landwirtschafts- und Ernährungsminister Jon Georg Dale eröffnete den Norwegen-Stand zur Grünen Woche.©BPN

Während des Seminars wurde der Nationalen Wirtschaftsförderpreis 2017, der Innovation und Nachhaltigkeit eines Unternehmens würdigt, an das Unternehmen Bjærnes & Hoel AS aus Nøtterøy übergeben. Hauptprodukte des Betriebes sind Eisbergsalat, Herzsalat und kleine Kartoffeln.

Laut einer Umfrage von Norstat im Dezember 2017 im Auftrag von Matmark glauben 56 Prozent der Bevölkerung, dass Norwegen die Chance hat, sich zu einer Lebensmittelnation zu entwickeln.  82 Prozent der norwegischen Verbraucher würde gern Produkte von norwegischen lokalen Nahrungsmittelproduzenten probieren. Rund 60 Prozent der Verbraucher sind bereit, für lokale Lebensmittel extra zu bezahlen.

2017 wurden in Norwegen lokale Nahrungsmittel und Getränke im Wert von 4,9 Milliarden NOK umgesetzt – eine Verdopplung gegenüber 2007,

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