Statoil erstellt Studie für CO2-Lager

OSLO, 30. Juni 2017. Die staatliche norwegische Projektgesellschaft Gassnova hat dem Öl- und Gaskonzern Statoil den Auftrag zur Evaluierung der Einrichtung eines CO2-Speichers auf dem norwegischen Kontinentalschelf erteilt. Im Rahmen eines weltweit einmaligen Projekts plant Norwegen die Erfassung des an drei Industriestandorten in Ostnorwegen erzeugten Kohlendioxids. Von dort soll das CO2 in komprimierter Form per Schiff zu einem Standort an der Westküste transportiert werden, von wo es per Pipelines über den Meeresboden zu Injektionsbohrungen westlich des Gasfelds Troll gepumpt und dort in 1.000-2.000 Metern Tiefe unter dem Meeresboden dauerhaft verpresst wird. Für die Anlande- und Pumpanlage in Westnorwegen stehen mehrere Standorte zur Diskussion, die Auswahl soll nach Kriterien wie Sicherheit, Kosten und spätere Ausbaufähigkeit getroffen werden, da die von Statoil zu evaluierende Speicherlösung CO2 nicht nur von norwegischen Emittenten, sondern potenziell aus Emissionsquellen in ganz Europa entgegennehmen soll.

„Die CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Senkung der Kohlendioxidemissionen und zur Erreichung der im Pariser Abkommen festgelegten Klimaziele. Das CCS-Projekt, mit dem wir beauftragt worden sind, wird ein völlig neues Kooperationsmodell erfordern, bei dem Kohlendioxid aus mehreren Quellen erfasst, per Schiff transportiert und 1.000-2.000 Meter unter dem Meeresboden gelagert wird. Außerdem könnte es der Beginn für das erste grenzüberschreitende CCS-Netzwerk der Welt sein. Es bleibt noch viel zu tun, aber wenn wir erfolgreich sind, kann das Projekt neue Geschäftschancen für Statoil, unsere Kooperationspartner und die norwegische Industrie eröffnen“, erklärte Irene Rummelhoff, stellvertretende Vorstandschefin von Statoil für den Bereich Neue Energielösungen.

2016 durchgeführte Studien hatten ergeben, dass das Projekt technisch prinzipiell machbar ist. Die Evaluierung durch Statoil soll nun durch konzeptionelle Studien und Vorplanungsarbeiten eine genaue Kostenschätzung ergeben, auf deren Grundlage das norwegische Parlament 2019 die Investitionsentscheidung fällen will.

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